Bei der Überlegung, sich ein praktisches und leichtes Faltrad zu kaufen, spielt immer auch der Punkt der Klapprad Geschwindigkeit mit hinein. Aber sind die Klappräder durch die kleinen Laufräder wirklich viel langsamer als die großen „richtigen“ Fahrräder? Der Beitrag geht der Frage, nach der Geschwindigkeit beim Klapprad nach und räumt mit einem Irrglauben auf.
Was beeinflusst die Klapprad Geschwindigkeit?
Viele denken, dass man mit einem Klapprad viel mehr treten muss und trotzdem langsamer unterwegs ist als mit einem normalen Fahrrad. Aber allein die Klapprad Reifengröße entscheidet nicht darüber, wie schnell ein Faltrad fahren kann. Es sind mehrere Faktoren, die die Klapprad Geschwindigkeit beeinflussen. Dazu zählen:
- Reifengröße
- Übertragung oder Entfaltung
- Rollwiderstand
- Luftwiderstand
Auf diese Faktoren soll im Folgenden kurz eingegangen werden.

Reifengröße und Geschwindigkeit beim Klapprad
Die Reifengröße beeinflusst die Geschwindigkeit eines Klapprades. Je kleiner die Reifen, desto geringer wird die Höchstgeschwindigkeit, die man erreichen kann. Das ist zumindest erst einmal grundsätzlich so. In der Regel sind mit einem normalen Klapprad mit einer Reifengröße von 16, 18 oder 20 Zoll Geschwindigkeiten zwischen 15 und 25 Kilometern pro Stunde normal. Wählt man 24 oder 26 Zoll, wird man etwas schneller unterwegs sein können. Die besonders kleinen Falträder mit Reifengrößen von 8 bis 10 Zoll sind grundsätzlich etwas langsamer.
Entfaltung als Schlüssel zur Geschwindigkeit
Stimmt es also, dass man mit einem Klapprad langsamer ist als mit einem normalen Fahrrad? Nein, denn die Geschwindigkeit hängt eben nicht allein von der Reifengröße ab. Viel entscheidender ist die Übertragung oder Entfaltung. Um auch mit einem Klapprad schneller zu sein und nicht noch mehr treten zu müssen, ist das Größenverhältnis zwischen Ritzel und Kettenblatt. Falträder sind mit einem großen Kettenblatt und einem kleinen Ritzel ausgestattet. Dadurch erreicht man Übertragungen und eine Entfaltung also ein zurückgelegter Weg pro Kettenblatt-Umdrehung, die es möglich machen, auch ohne mehr Kraft und mehr Treten hohe Geschwindigkeiten zu erreichen.
Echte Faltrad-Fans berichten von Geschwindigkeiten bis zu 55 Kilometern pro Stunde. Man kann also mit der entsprechenden Übertragungsrate mit dem Klapprad Geschwindigkeiten wie mit einem 28er Trekking-Rad erreichen.
Klapprad und der Rollwiderstand
Was auch bei einer sehr guten Übersetzung beim Klapprad mit geringer Reifengröße bleibt, ist der Rollwiderstand. Denn der ist natürlich größer, bei kleineren Laufrädern. Sie haben weitaus mehr und durch die kleinen Umdrehungen auch länger Bodenkontakt als beispielsweise 28er Laufräder. Ein wenig Verlust an Geschwindigkeit und auch Verlust an Material in Form von Abrieb stellt sich hier also beim Faltrad ein.
Übrigens laufen die Reifen eines Klapprades in der Regel mit einem deutlich höheren Luftdruck. Es sind bis zu 7 Bar beim Klappradreifen möglich.
Klapprad Geschwindigkeit und Luftwiderstand
Auch der Luftwiderstand spielt bei der Geschwindigkeit eine Rolle. Klappräder sind in der Regel leichter und vor allem kompakter als normale Fahrräder. Dadurch ergibt sich beim Fahren auch ein geringerer Luftwiderstand.

E-Klapprad – Geschwindigkeit durch Motorkraft
Auch bei den Elektro-Rädern beeinflussen verschiedene Faktoren die Geschwindigkeit des Klapprades. Während ein normal fitter Radfahrer mit einem Klapprad im Schnitt also zwischen 15 und 20 Kilometern pro Stunde fährt, wird durch den Motor beim E-Bike die Geschwindigkeit auf maximal 25 Km/h erhöht, ohne dass mehr Kraft aufgewendet werden muss. So manches Elektro-Fahrrad würde auch sicher mehr hergeben. Aber die Elektro-Klappräder sind wie alle anderen motorunterstützten E-Fahrräder auf diese Höchstgeschwindigkeit begrenzt. Modelle, die bis zu 45 Km/h fahren dürfen, entsprechen nicht mehr den Bestimmungen für ein Pedelec. Sie gehören zu den Kleinkraftfahrzeugen, erfordern eine Fahrerlaubnis und eine Anmeldung.
Faktoren, die die Geschwindigkeit von Elektro-Klapprädern beeinflussen, sind:
- Motorleistung
- Kapazität des Akkus
- Gewicht
- Reifengröße
- Tretleistung des Fahrers
Hohe Klapprad Geschwindigkeit ist keine Hexerei
Du hast gesehen: Es ist kein Problem, auch mit einem Klapprad hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Viele Faktoren spielen hier hinein, auch die Ergonomie des Faltesels selbst und natürlich die Kraft des Fahrers. Jedoch sollte Dir bewusst sein, dass mit der Geschwindigkeit auch das Unfallrisiko steigt. Zum einen kann ein Schlingern oder Flattern des Lenkers auftreten, zum anderen schwimmen kleine Laufräder bei Unebenheiten mit hohem Tempo eher. Jedoch: Egal, ob mit Klapprad oder Tourenrad – Hindernisse siehst Du immer später, je schneller Du fährst. Fahre mit Bedacht und achtsam, damit nicht ein kleiner Stein Deinem Fahrvergnügen für lange Zeit eine Zwangspause verschafft.